Sergej Iwanowitsch, Asino

Sergej Iwanowitsch in Asino mit seiner Frau und seinem Sohn neben Mitarbeitern. Unter ihnen: Tim Mergelsberg.
Sergej Iwanowitsch in Asino mit seiner Frau und seinem Sohn neben Mitarbeitern. Unter ihnen: Tim Mergelsberg.

Es war ein warmer Sommertag, an dem Sergej Iwanowitsch unverständliche Worte auf der sandigen Straße vor seinem Haus vernahm. Er sah einen Deutschen und einen Schweizer gerade noch in die nächste Straße einbiegen. Um sie herum sprang ein kleiner Junge. Der Sohn von Aleksej, bei dem die beiden Fremden zu Gast waren.

Bereits einen Tag später saßen die beiden in der Sommerlaube von Sergej, zwischen Wohnhaus, Werkstatt und Kartoffelgarten, tranken Kwas und knackten die Nüsse der Zirbelkiefer von denen man sagt, sie geben den sibirischen Bären ihre Lebenskraft. Es sind Tim Mergelsberg, der auf der Suche nach neuen Partnern in der Produktion ist, und Markus Flückiger, der nach geeigneter Rinde für seine Kanus Tim nach Sibirien begleitet.

Sergej ist mit seiner Brigade gerade aus dem Wald gekommen. Drei Wochen waren seine Männer in diesem Frühsommer 2012 tief in der Taiga und ernteten Birkenrinde. Stolz zeigt er jetzt sein volles Lager: 20 Tonnen frische, leicht duftende Rinde konnten sie dieses Jahr gewinnen. Es ist für ihn ein gutes Jahr.

Auch sonst laufen die Geschäfte nicht schlecht. Die Auftragsbücher sind voll und er und seine Frau haben ein paar zuverlässige Mitarbeiter.

Trotzdem freut er sich über Besuch und über neue Ideen. Er ist ein offener Mensch, den die Herausforderung packt. Daher diskutiert er leidenschaftlich mit uns über Möglichkeiten und neue Produktideen. Wir haben großes Glück mit Sergej: Er freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Da hebt er sich von vielen seiner Kollegen ab, die sich von den hohen Anforderungen und den bürokratischen Hürden bei Kunden aus dem Ausland leicht abschrecken.
Die Mühe lohnt sich: Ein erstes Paket mit Probesendungen haben wir bereits erhalten, wir sind sehr zufrieden: Es sind die schönsten Birkengefäße, die wir seit langem bekommen haben. Dazu alle völlig ohne Leime oder andere künstliche Werkstoffe. Ab 2013 soll Sergej regulär für uns produzieren.

Auch Rinde kaufen wir bei Sergej. Er selbst sagt von sich, er würde die Rinde lieber woanders kaufen, er ist viel zu teuer. Wir kaufen trotzdem bei ihm (und momentan noch bei anderen Erntern). Die Zuverlässigkeit und ein gegenseitiges Verständnis ist uns da wichtiger, als der Preis: Wir hoffen, mit Sergej einen langfristigen Partner gefunden zu haben, mit dem wir gemeinsam auch unsere ökologischen Ziele umsetzen können.

Schließlich schickt uns Sergej mit einem prall gefüllten Sack voller Zirbelkieferzapfen nach Hause, viele Kerne mit noch mehr Vitaminen befinden sich darin. Daran haben wir erstmal einiges zu knabbern.