Weiße Schicht der Birkenrinde ablösen

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Stimmen. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Tim Vor 3 Jahre. 10 Monate.

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  • #1166

    Hallo!

    Zum Verarbeiten der Birkenrinde will ich die weiße Schicht ablösen (abziehen) und die Rinde auf die Stärke bekommen, die ich brauche. Wie reinige ich die Birkenrinde am Besten?

    Es bedankt sich der Birkenrindenbastler

    #1167

    Tim
    Key Master

     

    Birkenrinde lässt sich meist großflächig von Hand sauber in mehrere Schichten aufspalten und die weiße Schicht ablösen.
    Manchmal hilft auch warmes Wasser beim Abziehen der Schichten. Grundsätzlich ist das Reinigen der Birkenrinde aber im trockenen Zustand möglich – Greife am Rande der Rinde zwischen die zwiebelschalenartigen Schichten und ziehen Sie so viel ab, dass Du Deine Wunschstärke erhältst.

     

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich meist lohnt, stärkere Stücke zu nehmen, diese bekommt man leichter auf die gewünschte Stärke abgeschält, als Rinde, die bereits recht dünn und damit auch sehr viel empfindlicher ist.

     

    Ich greife bei starken Stücken immer einige Millimeter ab und ziehe sie dann ab – so bekommt man recht schnell großflächig eine relativ gleichmäßige Fläche hin, d.h. wenn Du eine etwas stärkere Schicht abziehst, geht das in der Regel recht gut.

     

    Die Rinde lässt sich durch langes Lagern nicht schlechter auftrennen, eher kann es bei falscher Lagerung, z.B. in zu trockenen, heißen Räumen, zu einer Ablösung der Schichten kommen. Ob sich die Rinde abziehen lässt, ist von Baum zu Baum unterschiedlich und hängt primär von der gewachsenen Struktur zusammen, die aus Standort des Baumes, Witterungseinflüssen etc. resultieren.

    Es gibt sehr unterschiedliche Rinde, die Schichten lassen sich bei einigen Rindenstücken sehr gut, bei anderen sehr schwer lösen. Das hängt von vielen Faktoren ab – Beschaffenheit der Rinde, Äste, Trockenheit, Alter etc.

    Stellen mit Ästen und Verwüchsen bekommst Du nur mit Hilfe eines flachen Messers, z.b. ein Hohleisen, glatt. Hier muss man höllisch aufpassen, dass man kein Loch in die Gegenseite reißt. Biegt man die Birkenrinde, als läge sie um den Baumstamm, ist sie auf der gelben Innenseite, die meist weiterverwendet wird, plan und man läuft nicht Gefahr, auf die Gegenseite durchzustoßen. Allerdings lässt sich gebogene Rinde selbstverständlich nicht so gut bearbeiten.
    Grundsätzlich muss man bei Birkenrinde immer mit einem recht großen Verschnitt rechnen, u.a. wegen der natürlichen Werfungen und Äste etc.
    Birkenrinde in großen Flächen laminar aufzuspalten bzw. die weiße Schicht abzulösen, so dass sich die Schichten sauber trennen ist kaum möglich. Es bleiben immer wieder einzelne sehr dünne Schichten an den Enden der Lentizellen hängen, so dass es zu minimalen Stufen über die gesamte Fläche kommen kann. Man kann diese dann abrubbeln und erneut abziehen, was allerdings einen großen Aufwand bedeutet und an den Stellen, an denen (am Einfachsten mit Daumen oder Zeigefinger) gerubbelt wurde, verändert sich die Patina der samtigen Innenfläche der Birkenrinde, was bei späterem Gebrauch allerdings ohnehin geschieht.

     

    Übrigens: Die Reste der Birkenrinde eignen sich hervorragend, um an kalten Wintertagen den Kamin zu entfachen oder im Sommer den Grill oder das Lagerfeuer anzuzünden.

     

     

     

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